Marathon Vorbereitung: Der Komplette Leitfaden mit 16-Wochen-Trainingsplan
Alles, was du für deinen ersten oder nächsten Marathon brauchst – ein strukturierter 16-Wochen-Trainingsplan, wichtige Trainingsformen, Herzfrequenzzonen, Ernährungsstrategie, Tapering und Renntagsvorbereitung.
Ein Marathon umfasst 42,195 Kilometer Laufen. Es ist eines der anspruchsvollsten und lohnendsten Ausdauerereignisse, die ein Mensch in Angriff nehmen kann. Das Überqueren dieser Ziellinie verändert, wie du dich als Läufer und als Person siehst.
Aber einen Marathon zu finishen erfordert Vorbereitung. Dieser Leitfaden gibt dir alles, was du brauchst – von den Voraussetzungen bis hin zu einem vollständigen 16-Wochen-Trainingsplan und der Renntagsstrategie.
Was Genau Ist ein Marathon?
Ein Marathon ist ein Langstreckenlaufevent über 42,195 Kilometer, das von World Athletics als offizielle Straßenlaufdistanz anerkannt wird. Die Distanz geht auf die Legende von Pheidippides zurück, einem griechischen Boten, der 490 v. Chr. von der Schlacht bei Marathon nach Athen lief, obwohl die moderne standardisierte Distanz bei den Olympischen Spielen 1908 in London festgelegt wurde.
Marathons werden weltweit ausgetragen, von großen Stadtrennen wie New York, Boston, London, Berlin, Tokio und Chicago (den Abbott World Marathon Majors) bis hin zu kleineren lokalen Events.
Die durchschnittlichen Zieleinlaufzeiten variieren stark:
| Kategorie | Durchschnittliche Zielzeit | Durchschnittstempo |
|---|---|---|
| Elitemänner | 2:02–2:10 | 2:54–3:05 min/km |
| Elitefrauen | 2:15–2:25 | 3:12–3:26 min/km |
| Männer Durchschnitt | 4:21 | 6:11 min/km |
| Frauen Durchschnitt | 4:48 | 6:50 min/km |
| Erstläufer | 4:30–5:30 | 6:24–7:49 min/km |
Es gibt keine „richtige” Zeit für einen Marathon. Die Distanz zu schaffen ist die Leistung.
Was Sind die Voraussetzungen für das Marathontraining?
Du solltest mindestens 6 Monate konsequente Lauferfahrung und eine Basis von 25 bis 40 km pro Woche haben, bevor du mit einem strukturierten Marathontrainingsplan beginnst. In einen 16-Wochen-Plan ohne ausreichende Basis einzusteigen erhöht das Verletzungsrisiko drastisch.
Checkliste vor dem Start des Marathontrainings:
- Du kannst problemlos 6 bis 10 km am Stück laufen
- Du läufst seit mindestens 6+ Monaten mindestens 3-4-mal pro Woche
- Du hast kürzlich einen 10K oder Halbmarathon absolviert (oder kannst 13-16 km laufen)
- Du bist frei von anhaltenden Verletzungen
- Deine Laufschuhe haben weniger als 500 km
- Du hast eine Möglichkeit, deine Läufe, Kilometer und dein Tempo zu erfassen – eine App wie PaceBoard oder eine GPS-Uhr
Falls du diese Voraussetzungen noch nicht erfüllst, verbringe 3 bis 6 Monate damit, dein Basiskilometerniveau aufzubauen, bevor du mit einem marathonspezifischen Plan beginnst.
Wie Wählt Man einen Marathontrainingsplan?
Marathontrainingspläne fallen generell in drei Kategorien:
| Plantyp | Spitzenwochenkm | Zielläufer | Trainingstage/Woche |
|---|---|---|---|
| Anfänger | 55–70 km | Erster Marathon; Ziel ist das Finishen | 4–5 |
| Fortgeschrittene | 70–90 km | Hat Marathon gelaufen; will Zeit verbessern | 5–6 |
| Leistungsläufer | 90–110+ km | Erfahren; peilt eine bestimmte Zielzeit an | 6–7 |
Der Plan in diesem Leitfaden ist für Anfänger- bis Fortgeschrittene-Läufer konzipiert, die ihren ersten oder zweiten Marathon laufen. Er erreicht einen Spitzenwert von etwa 70 km pro Woche und umfasst 4 bis 5 Lauftage plus Crosstraining und Erholung.
Grundprinzipien jedes guten Marathonplans:
- Progressive Überlastung – das wöchentliche Kilometerpensum steigt schrittweise (nicht mehr als 10% pro Woche)
- Periodisierung – der Plan wechselt zwischen Aufbauwochen und Erholungswochen
- Spezifität – die Einheiten umfassen die Tempi und Distanzen, die du am Renntag erleben wirst
- Tapering – das Kilometerpensum wird in den letzten 3 Wochen reduziert, damit du frisch an den Start gehst
Wie Sieht ein 16-Wochen-Marathontrainingsplan Aus?
Der folgende Plan setzt voraus, dass du vor dem Start bequem 32-40 km pro Woche laufen kannst. Alle Tempi werden nach Belastungsniveau beschrieben. „Locker” bedeutet Gesprächstempo. „Tempo” bedeutet komfortabel hart. „Marathontempo” (MT) bedeutet dein angestrebtes Renntempo.
| Woche | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | Wochenkm |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ruhe | 6 km Locker | 8 km Locker | 6 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 13 km Lang | 38 |
| 2 | Ruhe | 6 km Locker | 8 km Locker | 6 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 16 km Lang | 41 |
| 3 | Ruhe | 8 km Locker | 10 km m/ 5 km Tempo | 6 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 19 km Lang | 48 |
| 4 | Ruhe | 6 km Locker | 8 km Locker | 5 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 13 km Lang | 37 |
| 5 | Ruhe | 8 km Locker | 10 km m/ 6 km Tempo | 8 km Locker | Ruhe o. CT | 6 km Locker | 22 km Lang | 54 |
| 6 | Ruhe | 8 km Locker | 11 km m/ 6 km Tempo | 8 km Locker | Ruhe o. CT | 6 km Locker | 24 km Lang | 57 |
| 7 | Ruhe | 8 km Locker | 11 km m/ 5x1000m Intervalle | 8 km Locker | Ruhe o. CT | 6 km Locker | 26 km Lang | 59 |
| 8 | Ruhe | 6 km Locker | 8 km Locker | 6 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 16 km Lang | 41 |
| 9 | Ruhe | 8 km Locker | 13 km m/ 8 km Tempo | 8 km Locker | Ruhe o. CT | 6 km Locker | 27 km Lang | 62 |
| 10 | Ruhe | 10 km Locker | 13 km m/ 6x1000m Intervalle | 8 km Locker | Ruhe o. CT | 6 km Locker | 29 km Lang | 66 |
| 11 | Ruhe | 10 km Locker | 13 km m/ 10 km Tempo | 10 km Locker | Ruhe o. CT | 8 km Locker | 32 km Lang | 73 |
| 12 | Ruhe | 8 km Locker | 8 km Locker | 6 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 19 km Lang | 46 |
| 13 | Ruhe | 10 km Locker | 13 km m/ 10 km @ MT | 10 km Locker | Ruhe o. CT | 8 km Locker | 32 km Lang | 73 |
| 14 | Ruhe | 8 km Locker | 10 km m/ 6 km Tempo | 8 km Locker | Ruhe o. CT | 6 km Locker | 22 km Lang | 54 |
| 15 | Ruhe | 6 km Locker | 8 km m/ 5 km Tempo | 6 km Locker | Ruhe o. CT | 5 km Locker | 16 km Lang | 41 |
| 16 | Ruhe | 5 km Locker | 6 km m/ 3 km @ MT | 5 km Locker | Ruhe | 3 km Einschwingen | Renntag 42,2 | 61 |
CT = Crosstraining (Radfahren, Schwimmen, Yoga oder Krafttraining – 30 bis 45 Minuten bei niedriger Intensität).
Die Wochen 4, 8 und 12 sind Erholungswochen, in denen das Volumen um 25-35% sinkt. Diese sind für die Anpassung und Verletzungsprävention unerlässlich.
Was Sind die Wichtigsten Trainingsformen beim Marathontraining?
Lockere Läufe
Lockere Läufe werden in Gesprächstempo absolviert – typischerweise 60-90 Sekunden pro Kilometer langsamer als dein Marathontempo – und sollten 75-80% deines Gesamttrainingsvolumens ausmachen. Diese Läufe bauen deine aerobe Basis auf, erhöhen die Mitochondriendichte und verbessern die Fettoxidation – alles entscheidend für die Marathonausdauer.
Der häufigste Fehler beim Marathontraining ist, lockere Tage zu schnell zu laufen. Wenn du kein Gespräch führen kannst, läufst du zu schnell.
Tempoläufe
Ein Templauf ist eine anhaltende Belastung in deinem Laktatschwellentempo – dem schnellsten Tempo, das du in einer Rennsituation etwa 60 Minuten lang halten kannst. Für die meisten Läufer fühlt sich das Templauftempo „komfortabel hart” an. Du kannst kurze Sätze sprechen, aber keine vollständigen.
Tempoläufe bringen deinen Körper dazu, Laktat effizienter abzubauen, was die Erschöpfung beim Marathon verzögert. Eine typische Tempoeinheit: 1-3 km Einlaufen, 5-10 km im Templauftempo, 1-3 km Auslaufen.
Intervalleinheiten
Intervalle sind wiederholte Hochintensitätslaufphasen (typischerweise im 5K- bis 10K-Tempo) unterbrochen von Erholungsphasen. Sie verbessern die VO2max, die Laufökonomie und die Beinschnelligkeit.
Eine typische Marathonintervalleinheit: 2-3 km Einlaufen, 5 bis 6 Wiederholungen von 1000 Metern im 5K-Tempo mit 400 Meter Jogging-Erholung dazwischen, 2-3 km Auslaufen.
Intervalle sollten sich hart, aber kontrolliert anfühlen. Du sprintest nicht – du läufst in einem Tempo, das du in einem Wettkampf 15 bis 30 Minuten lang halten könntest.
Lange Läufe
Der lange Lauf ist der Eckpfeiler des Marathontrainings – ein wöchentlicher Lauf, der im Verlauf des Trainingszyklus schrittweise von 13 km auf 32 km aufgebaut wird. Lange Läufe trainieren deinen Körper, Fett als Brennstoff zu verbrennen, stärken das Bindegewebe und bauen die mentale Stärke auf, die für 42,2 km nötig ist.
Richtlinien für lange Läufe:
- Im lockeren Tempo laufen (60-90 Sekunden pro Kilometer langsamer als Marathontempo)
- Distanz um nicht mehr als 1,5-3 km pro Woche erhöhen
- Deine Renntagsverpflegungsstrategie bei langen Läufen über 19 km üben
- Keine Rennen aus langen Läufen machen – das Ziel ist Zeit auf den Beinen, nicht Geschwindigkeit
- Den längsten Lauf auf 32-35 km begrenzen (die zusätzliche Erschöpfung durch mehr als 35 km im Training überwiegt den Nutzen)
Wie Nutzt Man Herzfrequenzzonen beim Marathontraining?
Herzfrequenzzonentraining stellt sicher, dass du mit der richtigen Intensität für jede Einheit trainierst und vermeidet den häufigen Fehler, lockere Tage zu hart und harte Tage zu locker zu laufen.
Hier sind die fünf Standard-Herzfrequenzzonen und wie sie sich auf das Marathontraining abbilden:
| Zone | % der max. HF | Belastungsniveau | Nutzung im Marathontraining |
|---|---|---|---|
| Zone 1 | 50-60% | Sehr locker | Erholungsläufe, Aufwärmen, Auslaufen |
| Zone 2 | 60-70% | Locker, gesprächig | Lockere Läufe, lange Läufe (Großteil des Trainings) |
| Zone 3 | 70-80% | Moderat, gleichmäßig | Marathontempobemühungen, Tempoläufe |
| Zone 4 | 80-90% | Hart | Intervalle, Schwellenarbeit |
| Zone 5 | 90-100% | Maximale Belastung | Kurze Sprints, Hügelwiederholungen (selten im Marathontraining) |
Beim Marathontraining sollten etwa 80% deines Laufens in den Zonen 1 und 2 liegen. Das ist die Grundlage des 80/20-Trainingsprinzips, das durch Forschungen an Eliteausdauersportlern gestützt wird.
PaceBoard zeigt deine Herzfrequenzzonen während und nach jeder Einheit an, sodass du leicht überprüfen kannst, ob deine lockeren Läufe wirklich locker waren und deine harten Bemühungen die richtige Intensität erreicht haben.
Was Solltest du Vor, Während und Nach dem Laufen Essen?
Vor dem Laufen (Vor-Lauf-Ernährung)
Iss eine kohlenhydratreiche Mahlzeit 2-3 Stunden vor einem langen Lauf oder Rennen. Strebe 1-2 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht an. Halte Fett und Ballaststoffe niedrig, um Magen-Darm-Probleme zu vermeiden.
Gute Vor-Lauf-Mahlzeiten: Haferflocken mit Banane, Toast mit Erdnussbutter, ein Bagel mit Marmelade oder Reis mit einer kleinen Portion magerem Protein.
Während des Laufens (Verpflegung)
Bei Läufen länger als 60-75 Minuten solltest du 30-60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zu dir nehmen, um den Blutzucker aufrechtzuerhalten und die Glykogenerschöpfung zu verzögern.
| Brennstoffquelle | KH pro Portion | Wann verwenden |
|---|---|---|
| Energiegel | 20-25g | Alle 30-45 Min nach der ersten Stunde |
| Energiekau-Snacks (4 Stück) | 20-25g | Alle 30-45 Min nach der ersten Stunde |
| Sportgetränk (500 ml) | 25-35g | Während des gesamten Laufs nippen |
| Banane | 25-30g | An Verpflegungsstationen |
| Datteln (2-3) | 15-20g | Zwischen Gels |
Übe die Verpflegung während deiner langen Trainingsläufe. Dein Magen muss genauso trainiert werden, Nahrung während der Belastung zu verarbeiten, wie deine Beine trainiert werden müssen, die Distanz zu bewältigen.
Nach dem Laufen (Erholungsernährung)
Innerhalb von 30-60 Minuten nach einem langen Lauf oder einer harten Einheit eine Mahlzeit oder einen Snack mit einem Kohlenhydrat-zu-Protein-Verhältnis von 3:1 oder 4:1 zu sich nehmen. Das füllt die Glykogenspeicher wieder auf und leitet die Muskelreparatur ein.
Gute Post-Lauf-Optionen: Schokoladenmilch, ein Smoothie mit Früchten und Proteinpulver, Reis mit Hähnchen oder Joghurt mit Müsli.
Kohlenhydrat-Loading vor dem Renntag
In den 2-3 Tagen vor dem Marathon die Kohlenhydrataufnahme auf 8-10 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag erhöhen. Das maximiert die Muskelglykogenspeicher und kann den Einbruch um mehrere Kilometer hinauszögern. Du musst keine riesigen Mahlzeiten essen – verschiebe einfach deine Ernährung hin zu kohlenhydratreicheren Lebensmitteln (Pasta, Reis, Brot, Kartoffeln, Obst).
Was Ist Tapering und Wie Funktioniert Es?
Tapering ist eine geplante Reduzierung des Trainingsvolumens in den letzten 2-3 Wochen vor einem Marathon, um vollständige Erholung bei Beibehaltung der Fitness zu ermöglichen. Forschungen zeigen, dass richtiges Tapering die Leistung um 2-3% verbessern kann.
So funktioniert das Tapering im 16-Wochen-Plan:
| Woche | Kilometerreduzierung | Hauptfokus |
|---|---|---|
| Woche 14 (3 Wochen vor dem Rennen) | ~25% Reduzierung vom Spitzenwert | Eine Qualitätseinheit beibehalten; langen Lauf auf 22 km reduzieren |
| Woche 15 (2 Wochen vor dem Rennen) | ~40% Reduzierung vom Spitzenwert | Ein kurzes Tempo; langer Lauf fällt auf 16 km |
| Woche 16 (Rennwoche) | ~60% Reduzierung | Kurze lockere Läufe; 3 km Einschwingen am Tag vor dem Rennen |
Während des Taperings:
- Etwas Intensität beibehalten – nicht alle schnellen Läufe stoppen, nur das Volumen reduzieren
- Routine beibehalten – zu üblichen Zeiten und an üblichen Tagen laufen, nur kürzer
- Mehr schlafen – jetzt macht dein Körper seine tiefste Erholung und Anpassung
- Phantomsymptome erwarten – viele Läufer fühlen sich während des Taperings schwerfällig, müde oder sogar leicht krank. Das ist normal und bedeutet nicht, dass du Fitness verlierst
- Nicht versuchen, versäumtes Training „nachzuholen” – das Tapering ist nicht der Zeitpunkt für extra Kilometer
Wie Sollte Dein Renntagsplan Aussehen?
Der Tag Vorher
- Eine kohlenhydratreiche Mahlzeit bis 21 Uhr essen
- Alle Rennausrüstung bereitlegen: Schuhe, Socken, Shorts, Shirt, Startnummer, Gels, Uhr
- Startzeit, Startblock und Transport zum Start bestätigen
- 7-8 Stunden Schlaf anstreben (wenn du durch Nervosität schlecht schläfst, ist das normal und beeinträchtigt deine Leistung nicht)
Der Rennmorgen
- 2,5-3 Stunden vor dem Start aufwachen
- Deine eingeübte Vor-Rennen-Mahlzeit essen (dieselbe wie vor langen Läufen)
- 500-600 ml Wasser oder Sportgetränk trinken, 60 Minuten vor dem Start fertig
- 60-90 Minuten früh am Startbereich ankommen
- Mit 5-10 Minuten lockerem Joggen und dynamischen Dehnungen aufwärmen
Während des Rennens
| Kilometer | Strategie |
|---|---|
| 1-10 | 10-15 Sekunden pro km LANGSAMER als das Zieltempo laufen. Das Adrenalin lässt das Zieltempo zu einfach erscheinen – vertraue dem Plan. |
| 11-21 | Im angestrebten Marathontempo einlaufen. Entspannt bleiben. Alle 6-8 km verpflegen. |
| 22-30 | Tempo halten. Das ist die stabile Mitte. Mental aktiv bleiben. An jeder Verpflegungsstation Flüssigkeit aufnehmen. |
| 31-35 | Hier beginnt der eigentliche Marathon. Wenn du konservativ gestartet bist, wirst du den Vorteil jetzt spüren. Einen Kilometer nach dem anderen. |
| 36-42,2 | Alles, was du hast. In kleine Abschnitte aufteilen. Bis zur nächsten Laterne, zur nächsten Verpflegungsstation laufen. Die Ziellinie kommt. |
Tempostrategie
Gleichmäßige oder negative Splits sind die effektivste Marathontempostrategie. Gleichmäßige Splits bedeuten, jeden Kilometer ungefähr im gleichen Tempo zu laufen. Negative Splits bedeuten, die zweite Hälfte etwas schneller als die erste zu laufen.
Positive Splits (schnell starten und langsamer werden) sind das häufigste Muster bei Erstmarathonläufern und fast immer das Ergebnis eines zu schnellen Starts.
Nutze PaceBoard oder eine GPS-Uhr, um dein Tempo in Echtzeit zu überwachen. Schaue bei jedem Kilometermarker auf deine Splits und passe an, wenn du in den frühen Kilometern vor dem Plan liegst.
Was Sind die Häufigsten Fehler beim Marathontraining?
-
Den Plan mit unzureichendem Basiskilometerniveau starten. Wenn du nicht problemlos 30 km pro Woche laufen kannst, bist du noch nicht bereit für einen Marathonplan. Erst die Basis aufbauen.
-
Lange Läufe zu schnell laufen. Lange Läufe sollten im lockeren Tempo sein. Sie in Marathontempo oder schneller zu laufen führt zu übermäßiger Erschöpfung, schlechter Erholung und erhöhtem Verletzungsrisiko.
-
Lockere Tage vernachlässigen. Der Großteil des Marathontrainings sollte sich leicht anfühlen. Harte Belastungen sind die Würze, nicht der Hauptgang.
-
Das Tapering überspringen. Läufer fürchten, in den letzten Wochen Fitness zu verlieren, aber das Tapering ist der Zeitpunkt, wo dein gesamtes Training zusammenkommt. Dem Prozess vertrauen.
-
Neue Ausrüstung oder Ernährung am Renntag ausprobieren. Alles, was du am Renntag trägst, isst oder trinkst, sollte im Training getestet worden sein. Dein Magen und deine Füße mögen bei km 30 keine Überraschungen.
-
Am Renntag zu schnell starten. Die ersten 10 km eines Marathons sollten sich fast zu einfach anfühlen. Wenn nicht, läufst du zu schnell.
-
Verpflegung nicht üben. Dein Körper muss lernen, während des Laufens zu verdauen. Wenn du noch nie ein Gel bei einem langen Lauf genommen hast, nimm keins beim Rennen.
-
Crosstraining und Kraftarbeit ignorieren. Laufen allein baut nicht die Hüft- und Gesäßkraft auf, die nötig ist, um über 42,2 km die Form zu halten. 2-mal pro Woche Kniebeugen, Ausfallschritte, einbeinige Kreuzheben und Core-Arbeit hinzufügen.
Wie Erholst du dich nach einem Marathon?
Der Marathon belastet deinen Körper erheblich. Plane 2 bis 4 Wochen Erholung:
| Zeitraum nach dem Rennen | Empfehlung |
|---|---|
| Tag 1 | Sanft gehen; Flüssigkeit und KH + Protein aufnehmen; feiern |
| Tage 2-3 | Nur leichtes Gehen; Muskelkater einplanen (besonders Treppen) |
| Tage 4-7 | Leichtes Gehen oder sanftes Radfahren; kein Laufen |
| Woche 2 | Kurze, lockere Läufe (3-5 km) wenn der Muskelkater abgeklungen ist |
| Woche 3 | Schrittweise zurück zum lockeren Laufen (50-60% des normalen Volumens) |
| Woche 4 | Normale Trainingsstruktur bei reduzierter Intensität wieder aufnehmen |
Eine gängige Richtlinie ist ein lockerer Tag pro gelaufenem Kilometer – also etwa 26 Tage vor der Rückkehr zu hartem Training. Das ist ungefähr, aber das Prinzip ist solide: Dein Körper braucht Zeit, Muskelschäden zu reparieren, Eisenspeicher aufzufüllen und sich von der systemischen Entzündung durch 42,2 km Wettkampf zu erholen.
Der Langfristige Blick
Marathontraining ist ein 16-Wochen-Commitment, aber die Fitness, Disziplin und Selbsterkenntnis, die du aufbaust, halten viel länger. Ob du in 3 Stunden oder 6 Stunden finishst – die Ziellinie zu überqueren bedeutet, etwas getan zu haben, das weniger als 1% der Weltbevölkerung geschafft hat.
Plane dein Training, vertraue dem Prozess, verfolge deinen Fortschritt und respektiere die Distanz. Der Marathon gibt dir alles zurück, was du hineinsteckst.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Marathonvorbereitung?
Die meisten Marathontrainingspläne sind 16 bis 20 Wochen lang. Du solltest jedoch vor dem Start eine solide Laufbasis haben – mindestens 6 Monate konsequentes Laufen mit einem wöchentlichen Kilometerpensum von 25 bis 40 km. Die Gesamtvorbereitungszeit vom Anfänger bis zur Marathonreife beträgt typischerweise 12 bis 18 Monate.
Wie viele Kilometer pro Woche sollte man für einen Marathon laufen?
Ein typischer Marathontrainingsplan beginnt mit 40-50 km pro Woche und steigert sich auf 65-90 km pro Woche vor dem Tapering. Marathonanfänger erreichen meist einen Spitzenwert von 65-70 km pro Woche, erfahrene Läufer können 80-110 km erreichen. Entscheidend ist die schrittweise Steigerung – erhöhe das wöchentliche Kilometerniveau nie um mehr als 10% von einer Woche zur nächsten.
In welchem Tempo sollte ich meinen ersten Marathon laufen?
Dein Marathontempo sollte ein Tempo sein, das du 3 bis 5 Stunden lang halten kannst, ohne das Gefühl zu haben, zu wettkämpfen. Eine gute Faustregel ist dein lockeres Lauftempo plus 15 bis 30 Sekunden pro Kilometer. Für einen ersten Marathon strebe gleichmäßige Splits oder leicht negative Splits an – zweite Hälfte im gleichen oder leicht schnelleren Tempo. Die meisten Erstmarathonläufer finishen zwischen 4 Stunden und 5:30 Stunden.
Was soll ich während eines Marathons essen?
Während eines Marathons solltest du nach den ersten 45-60 Minuten 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zu dir nehmen. Gängige Verpflegungsoptionen sind Energiegels (25g KH pro Stück), Energiekau-Snacks, Sportgetränke oder Bananen. Übe deine Verpflegungsstrategie während langer Trainingsläufe – nimm niemals neue Lebensmittel oder Gels am Renntag zu dir.
Wie vermeide ich den Einbruch beim Marathon?
Der Einbruch entsteht, wenn die Glykogenspeicher erschöpft sind, typischerweise um km 30-35. Um ihn zu vermeiden, trainiere deinen Körper durch regelmäßige lange Läufe in lockerem Tempo, Fett effizient zu verbrennen, verpflege dich konsequent ab km 8-10, starte in einem konservativen Tempo statt zu schnell loszulaufen, und überspring das Kohlenhydrat-Loading in den 2-3 Tagen vor dem Rennen nicht.
Was ist Tapering und warum ist es wichtig?
Tapering ist eine geplante Reduzierung des Trainingsvolumens in den letzten 2-3 Wochen vor einem Marathon. Während des Taperings reduzierst du das wöchentliche Kilometerniveau um 20-40% je Woche, während du etwas Intensität beibehältst. Das Tapering ermöglicht vollständige Muskelregeneration, Auffüllung der Glykogenspeicher und das Erreichen der Bestform am Renntag. Studien zeigen, dass richtiges Tapering die Leistung um 2-3% verbessern kann.